Die Kraft vom Wald

Dachsfett


In früheren Jahrhunderten hatten die Dachse einmal einen großen Stellenwert. Ihr Fett wurde als Medizin eingesetzt, ihr schmackhaftes Fleisch bereicherte den Speiseplan, ihr dichtes Fell war begehrt Heute hat der Dachs diese Bedeutung verloren. Die entzündungshemmende und krampfstillende Dachsfettsalbe war früher aus keiner Hausapotheke wegzudenken und ein fixer Bestandteil unserer alpenländischen Volksmedizin. Auch findet es sich immer noch in manchen Apotheken. Er ist nur noch ein stiller und geheimer Jäger der unsere heimische Fauna belebt.


Eine Studie der deutschen Apothekerzeitung aus dem Jahr 1988 ist diesem Volksglauben wissenschaftlich nachgegangen. Es konnte bestätigt werden, dass Dach- uns Murmeltierfett zwischen 30 und 80 mg Corticoide pro kg Fett enthalten.
Diese Corticoide sind die entzündungshemmende Wirkstoffe und somit Bestandteil der Salben und Pasten auf Basis von Murmeltier- und Dachsfett.

Umstieg auf bleifreie Munition

Nun bin ich selber vollständig auf bleifreie Munition umgestiegen. Ich habe in der letzten Zeit die Diskussion um Blei in der Jagd verfolgt und möchte meine Meinung hier darstellen.

PBMUN


2012 hat das Bundesinstitut für Risikoforschung in Deutschland das Projekt „Lebensmittelsicherheit von jagdlich gewonnenem Wildbret“ mit folgenden Zielen gestartet:

-Untersuchung der Hintergrundbelastung von Blei im Wildbret sowie des Eintrages von Munitionsfragmenten in das Wildbret
-Analyse ob bei Verzicht von bleihaltiger Munition die Bleikontamination von jagdlich gewonnen Wildfleisch gesenkt werden kann


Die Untersuchungsergebnisse wurden am 10. März 2014 auf einem Symposium des BfR vorgestellt und diskutiert. Die wissenschaftlichen Untersuchungen haben folgendes gezeigt:

-Das mit bleihaltiger Jagdmunition erlegte Wild weist nicht nur am Schusskanal sondern auch in Rücken und Keule deutlich höhere Bleiwerte auf, als die mit bleifreier Munition erlegten.
-Eine Gesundheitsgefährdung von mit Bleimunition erlegtem Wildbret beschränkt sich wegen der besonderen Empfindlichkeit im Wesentlichen auf Schwangere und Kleinkinder. Für Erwachsene (ohne Schwangere) mit durchschnittlichem (Normalverzehrer) oder hohem Wildbret- Verzehr (Vielverzehrer) ist die zusätzliche Aufnahme an Blei über Wildfleisch gegenüber der Gesamtaufnahme an Blei über alle anderen Lebensmittelgruppen toxikologisch unbedeutend.
-Die Gefährdung von Spaziergängern und des Jagdbetriebs durch die Verwendung bleifreier Munition wird nicht signifikant erhöht.
-Nach der BfR-Studie ergab sich kein statistisch nachweisbarer Unterschied bei den Fluchtstrecken von bleihaltig und bleifrei erlegten Tieren.
-Die Lebensmittelsicherheit und die Vermeidung von Schadstoffeinträgen in die Umwelt müssen gegen eine ausreichende Tötungswirkung und die Sicherheit im Jagdbetrieb abgewogen werden.


Ebenso haben die Österreichischen Bundesforste eine Studie an der BOKU beauftrag, ob bleifreie
Büchsenmunition grundsätzlich für den jagdlichen Betrieb geeignet ist.

Dazu wurden zu 1226 Abschüssen professioneller Jägerinnen und Jäger detaillierte Protokolle erfasst, die über insgesamt 55 Variablen zum Schützen, der Waffe, der Munition, der Schussabgabe, der Trefferlage, zum Verhaltens des Wildes (Reh-, Rot-, Sika-, Dam-, Gams-, Muffel-, Schwarzwild und Murmeltier) sowie der Wildpretqualität Auskunft geben. Die Protokolle umfassen 15 verschiedene nicht-formstabile Geschosstypen in insgesamt 14 Kalibern. Die Ergebnisse dieser Studie untermauert zahlreiche gleichlautende Befunde und unterstreichen die grundsätzliche Möglichkeit des Umstiegs von bleihaltiger auf bleifreie Büchsenmunition.

Fazit: Bleifrei Munition ist in der Wirkung gegenüber bleihältiger Geschosse ebenbürtig. Der Mythos das die Tiere dadurch mehr Leiden würden bzw. die Fluchtstrecke größer würde, ist somit gebrochen.

Ein moderner Jäger sollte daher aus diesen Gründen sich Gedanken machen, ob das Festhalten an den traditionellen Geschossen weiterhin gerechtfertigt ist.